Länderwissen · Italien

Die Käse Italiens

Italien gehört zu den großen Käsenationen Europas. Von cremig-würzigem Gorgonzola bis zu markant gereiftem Pecorino zeigt sich hier eine beeindruckende Vielfalt, geprägt durch Landschaft, Tierart, Tradition und regionale Handschrift.

Viele italienische Spezialitäten tragen das DOP-Siegel. Dieses steht für geschützte Herkunft, klar definierte Herstellungsverfahren und ein Produkt, das eng mit seiner Region verbunden ist.

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Gorgonzola Pecorino Toscano Pecorino Romano Pecorino Sardo Taleggio

Gorgonzola DOP

Italienischer Weichkäse mit Kuhmilch

RegionGebiete rund um Bergamo und Alessandria
MilchartKuhmilch
Fett i. Tr.mind. 48 %
Reifezeitmind. 50 Tage
Gewichtca. 6 bis 13 kg

Gorgonzola verdankt seinen Namen der gleichnamigen Stadt nordöstlich von Mailand. Sie war früher ein wichtiger Sammelpunkt für Hirten bei ihrer Rückkehr aus den Alpenregionen. Besonders guter Gorgonzola stammt aus der Lombardei, wo Klima, Futter und traditionelle Reifebedingungen dem Käse seine besondere Tiefe geben.

Dieser italienische Blauschimmelkäse wird aus pasteurisierter Kuhvollmilch hergestellt. Die Dicklegung erfolgt mit Kälberlab bei etwa 28 bis 36 °C. Anschließend werden dem Bruch Penicillium-Sporen und ausgewählte Hefen zugesetzt. Sie sind verantwortlich für den späteren Innenschimmel und die ausgeprägte Geschmacksentwicklung.

Nach dem Einfüllen in die Formen wird der Laib mehrere Tage trocken gesalzen. Die anschließende Reifung dauerte früher in den Grotten und Höhlen der Valsassina an, heute geschieht sie in kontrollierten Reiferäumen bei niedrigen Temperaturen und sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

Je nach Reife zeigt sich Gorgonzola von mild-cremig bis feinwürzig und pikant. Der Teig ist weiß bis strohgelb und von bläulich-grünen Pilzkolonien durchzogen. Eine besondere Spezialität ist der Löffelgorgonzola DOP, der durch erneutes Pikieren und längere Reifung innen besonders cremig und sahnig wird.

Sehr schön zu Ciabatta, mit Trauben oder Walnüssen – und hervorragend für Saucen und cremige Zubereitungen geeignet.

Amtsblatt der Europäischen Kommission

Pecorino Toscano DOP

Italienischer Hartkäse aus Schafmilch

RegionToskana sowie angrenzende Gebiete in Umbrien und Latium
MilchartSchafmilch
Milchbehandlungpasteurisiert oder rohe Schafmilch
Fett i. Tr.mind. 45 %
Reifezeitmind. 20 Tage

Pecorino Toscano ist ein Käse aus voller Schafmilch mit weichem bis halbfestem Teig. Je nach Reifegrad wird er als junger, eher cremiger Tischkäse oder als kräftiger gereifter Käse angeboten.

Je jünger der Käse verkauft wird, desto gröber ist in der Regel die Bruchbearbeitung. Mit zunehmender Reifung wird der Bruch feiner verarbeitet, was zu einem festeren Teig führt.

Übliche Reifebezeichnungen sind:

  • tenero – für den jungen, milden Käse ab etwa 20 Tagen Reife
  • a pasta dura – für länger gereifte, festere Varianten bis etwa 4 Monate

Die Bezeichnung Pecorino Toscano umfasst die gesamte Region. Je nach lokaler Tradition, Futtergrundlage und Herstellungsweise können die einzelnen Käse dennoch sehr unterschiedlich ausfallen.

Pecorino Romano DOP

Italienischer Hartkäse aus Schafmilch

RegionSardinien, Latium und Provinz Grosseto
MilchartSchafmilch
Milchbehandlungpasteurisiert oder rohe Schafmilch
Fett i. Tr.mind. 36 %
Reifezeitca. 5 bis 8 Monate

Pecorino Romano ist ein ausdrucksstarker Hartkäse mit deutlich würziger, salziger Note. Die Milch kann wärmebehandelt sein und wird gegebenenfalls mit regionaltypischen Milchfermenten ergänzt.

Die Dicklegung erfolgt bei etwa 38 bis 40 °C. Verwendet wird ausschließlich Lämmermagenlab in Pastenform, das ebenfalls aus dem Erzeugungsgebiet stammen muss. Der Bruch wird anschließend auf 45 bis 48 °C erhitzt.

Das Salzen erfolgt trocken und/oder in Salzlake. Die Reifezeit beträgt für Tischkäse mindestens fünf Monate, für Reibekäse mindestens acht Monate. Seine kräftige Würze macht ihn besonders wertvoll für Pasta, Gratins und die herzhafte Küche.

Pecorino Sardo DOP

Italienischer Hartkäse aus Schafmilch

RegionGesamtes Gebiet Sardiniens
MilchartSchafmilch
Milchbehandlungpasteurisiert oder roh (artesano)
Fett i. Tr.mind. 35 %
Reifezeitmind. 20 Tage

Der aus Schafvollmilch und Kälberlab hergestellte Käse wird je nach Stil unterschiedlich bearbeitet: Für die milde Variante bleibt die Körnung eher grob, für reifere Typen wird der Bruch feiner geschnitten.

Es folgen Pressen, Salzen und Reifung. Bei gereiften Varianten ist auch das Räuchern mit natürlichen Mitteln erlaubt.

Die besondere Eigenart des Pecorino Sardo ist eng mit der sardischen Weidewirtschaft verbunden. Die Tiere leben vorwiegend auf natürlichen Flächen mit starkem Wildpflanzenwuchs – ein prägender Einfluss auf Aroma und Charakter.

Taleggio DOP

Italienischer halbfester Schnittkäse mit Kuhmilch

RegionGebiet rund um Taleggio und Bergamo
MilchartKuhmilch
Fett i. Tr.mind. 45 %
Reifezeitmind. 30 Tage
Gewichtca. 4 bis 5 kg

Taleggio wird bereits seit dem 10. Jahrhundert vor allem in der Valsassina und im Valle Taleggio hergestellt. Ursprünglich war er unter Bezeichnungen wie „stracchino“ oder „quartirolo“ bekannt. Später wurde der Name des Tals zum Synonym für diesen charaktervollen Käse.

Entscheidend für einen ausdrucksstarken Taleggio sind die natürliche Mikroflora, die Umwelteinflüsse und das Können des Käsemeisters. Nach dem Dicklegen wird der Bruch in Formen gefüllt und mehrfach gewendet, damit überschüssige Molke ablaufen kann.

Nach dem Salzen reift der Käse in Kammern, deren Klima den traditionellen Grotten nachempfunden ist. Während der mindestens 30-tägigen Reifung wird Taleggio regelmäßig mit Rotkulturen und Salzwasser gewaschen. So entsteht die typische rötliche, leicht feuchte Rinde.

Der Teig ist zunächst elastisch und leicht quarkig, entwickelt sich mit zunehmender Reife aber zu einem vollmundigen, cremigen Kern. Der Geschmack reicht von zart-mild und fein säuerlich bis zu einer dezenten Trüffelnote.

Besonders schön pur, zu Salaten oder als aromatische Zutat in der warmen Küche.

Amtsblatt der Europäischen Kommission

Warum italienische Käse im Verkauf so stark sind

Italienische Käse verbinden Herkunft, Tradition und starke Wiedererkennbarkeit. Genau das macht sie an der Theke so interessant: Viele Kunden kennen die Namen bereits, verstehen aber die Unterschiede nicht im Detail.

Wer diese Unterschiede erklären kann – etwa zwischen Gorgonzola und Taleggio oder zwischen den verschiedenen Pecorino-Typen – schafft Vertrauen und verkauft nicht nur ein Produkt, sondern echten Mehrwert.

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